Mediensucht-Projekt Klagenfurt: Eine ganze Stadt setzt ein Zeichen
15 Workshops, rund 300 junge Menschen, eine anonyme Evaluation: Wie eine stadtweite Workshop-Offensive in Klagenfurt gezeigt hat, dass Aufklärung über Mediensucht wirkt. Am Ende baten die Schüler:innen selbst um eine Fortsetzung.
Eine Stadt, ein gemeinsames Anliegen
In Klagenfurt sollte das Thema dysfunktionaler Mediengebrauch nicht an einer einzelnen Schule hängenbleiben. Gemeinsam mit den teilnehmenden Schulen entstand eine Workshop-Offensive über mehrere Standorte und Altersgruppen. Dahinter steht eine einfache Überzeugung: Prävention wirkt dort, wo sie viele junge Menschen gleichzeitig erreicht.
Insgesamt fanden 15 Workshops mit rund 300 Teilnehmer:innen statt. Jede Veranstaltung folgte unseren drei Säulen: Psychologie, Pädagogik und Medienpraxis. So hören die Schüler:innen nicht bloß Warnungen, sondern verstehen, wie digitale Angebote auf das Gehirn wirken, welche Mechanismen die Bildschirmzeit verlängern und wie ein selbstbestimmter Umgang im Alltag aussehen kann. Begleitet wurde das Projekt von einer anonymen Evaluation, damit die Rückmeldungen ehrlich blieben.
15 Workshops
Über mehrere Schulen und Klassenstufen hinweg. Ein stadtweiter Ansatz statt einer Einzelveranstaltung.
Rund 300 Teilnehmer:innen
Junge Menschen aus verschiedenen Jahrgängen erlebten dieselbe Botschaft, fachlich fundiert und altersgerecht.
Anonyme Evaluation
Ehrliche Rückmeldungen, weil niemand seinen Namen nennen musste. Das ist die Grundlage für belastbare Ergebnisse.
5,5 Stunden Bildschirm, jeden Tag
Vor den Workshops gaben die Schüler:innen in der anonymen Befragung eine durchschnittliche Mediennutzung von 5,5 Stunden pro Tag an. Eine Zahl, die viele selbst überraschte, als sie sie schwarz auf weiß sahen.
Diese 5,5 Stunden sind kein Vorwurf, sondern ein Befund. Sie zeigen, wie selbstverständlich der Bildschirm zum Lebensmittelpunkt geworden ist. Für Schlaf, Bewegung, Freundschaften und echte Erlebnisse bleibt dadurch wenig Raum. Hier setzten die Workshops an. Wir wollten nicht belehren, sondern Wissen vermitteln, mit dem die jungen Menschen ihre eigene Nutzung neu einordnen und kleine, machbare Veränderungen für sich selbst finden.
Das Ziel haben wir gemeinsam mit den Schulen formuliert: die tägliche Nutzung spürbar senken. Angestrebt wurde ein Rückgang von 5,5 auf rund 4 Stunden pro Tag. Das sind etwa eineinhalb Stunden weniger Bildschirmzeit, die wieder dem analogen Leben zur Verfügung stehen.
Was die Evaluation zeigt
Die anonyme Auswertung nach den Workshops machte deutlich, dass Aufklärung etwas in Bewegung setzt. Das gilt für das Wissen der jungen Menschen ebenso wie für ihr Befinden.
Ziel: 4 Stunden statt 5,5
Angestrebt wurde ein Rückgang um rund 1,5 Stunden pro Tag. Zeit, die wieder dem echten Leben gehört.
Belastungs-Score 2,2/10
Nach den Workshops lag der berichtete Belastungswert bei 2,2 von 10. Ein niedriger Wert, der für ein gutes Befinden spricht.
187 von 241 wollen mehr
187 von 241 befragten Schüler:innen wünschen sich ausdrücklich eine Fortsetzung der Workshops.
Wenn junge Menschen selbst um mehr bitten
Dass 187 von 241 Befragten ausdrücklich eine Fortsetzung wünschen, ist für uns das aussagekräftigste Ergebnis des gesamten Projekts. Es zeigt: Aufklärung über Mediensucht wird nicht als Belehrung empfunden, sondern als etwas, das den jungen Menschen hilft. Sie fragen von sich aus nach mehr.
Drei Hebel, die zusammenwirken
Die Auswertung verdichtet sich zu einer klaren Erkenntnis: Veränderung gelingt, wenn weniger Bildschirmzeit, mehr Wissen und mehr echte Aktivitäten zusammenkommen.
- Weniger Bildschirmzeit. Der bewusste Blick auf die eigene Nutzung schafft die Grundlage dafür, dass Stunden frei werden.
- Mehr Wissen über die Gefahren. Wer versteht, wie digitale Angebote wirken, kann eigenständiger entscheiden.
- Mehr echte Aktivitäten. Die freigewordene Zeit will gefüllt werden, mit Bewegung, Freundschaften und analogen Erlebnissen.
Diese drei Hebel greifen ineinander. Wissen allein verändert wenig, wenn der Alltag leer bleibt. Und weniger Bildschirmzeit hält nur, wenn etwas Erfüllendes an ihre Stelle tritt. Dieses Zusammenspiel macht unsere Workshops aus, und es zeigt sich in den Ergebnissen aus Klagenfurt. Mehr zu den Wirkprinzipien hinter unseren Veranstaltungen lesen Sie auf unserer Seite zur Wirkung.
Übertragbar auf jede Stadt
Was in Klagenfurt funktioniert hat, lässt sich auf weitere Kommunen und Schulverbünde übertragen, abgestimmt auf Größe, Altersstruktur und Ziele vor Ort.
Anonym evaluiert
Die anonyme Begleitung sorgt für ehrliche Daten und macht den Erfolg eines Projekts für alle Beteiligten nachvollziehbar.
Was Klagenfurt für Ihre Schule bedeutet
Das Projekt zeigt, dass eine stadtweite Workshop-Offensive mehr ist als eine Summe von Einzelterminen. Sie schafft ein gemeinsames Bewusstsein.
Die Erfahrungen aus Klagenfurt lassen sich auf die Bedürfnisse einzelner Schulen genauso übertragen wie auf größere Verbünde. Ob ein einzelner Schüler-Workshop, eine Reihe über mehrere Klassen oder ein stadtweites Vorhaben mit anonymer Evaluation: Umfang, Altersgruppen und Schwerpunkte stimmen wir gemeinsam mit Ihnen ab. Themen wie selbstbestimmte Mediennutzung, die Mechanismen hinter Apps und Spielen sowie der Aufbau echter Alternativen stehen dabei im Mittelpunkt.
Mediensucht
Verständlich erklärt, wie aus Gewohnheit Abhängigkeit werden kann, ohne Dramatisierung.
Prävention
Werkzeuge für den Alltag, die junge Menschen selbst anwenden können.
Stadtweit denkbar
Von der einzelnen Klasse bis zur kommunalen Offensive, skalierbar nach Bedarf.
Wenn Sie ein ähnliches Vorhaben für Ihre Schule oder Ihre Stadt prüfen möchten, sprechen Sie uns gern an. Wir besprechen mit Ihnen, was sinnvoll und machbar ist und wo wir bei der Antragstellung unterstützen können: Workshop anfragen.
Ein Zeichen setzen, auch bei Ihnen
Lassen Sie uns besprechen, wie eine Workshop-Offensive für Ihre Schule oder Stadt aussehen kann.